Der Stresemann

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Der Stresemann besteht aus einer schwarz-grau gestreiften Hose, schwarzen (Lack-) Schuhen, einem schwarzen oder anthrazitfarbenem Jackett, mit aufsteigenden Revers meist einreihig, einer hellgrauen Weste, einem weißen Hemd mit silbergrauer Krawatte. Die Krawatte können Sie mit oder ohne Krawattennadel tragen. Das weiße Hemd wird mit Umschlagmanschette und Manschettenknöpfen getragen.

Der Stresemann wird hauptsächlich als „Frack des Tages“ beziehungsweise bis 18 Uhr getragen. Es wird dem Bräutigam aber niemand verübeln, wenn er diesen Anzug den ganzen Tag trägt.

Der Anzug ist nach Gustav Stresemann benannt und ist eine Ausführung des Cutaway. Er beruht auf der Bequemlichkeit des deutschen Außenmininisters und Kanzlers (20er Jahre). Stresemann war es nämlich leid, zwischen Büro und Reichstag immer den Anzug wechseln zu müssen. Während man im Parlament und auch sonst in der politischen Öffentlichkeit nach damaligem und übrigens heute noch in Japan üblichem Protokoll einen Cutaway zu tragen hatte. Dieser war aber für den normalen Büroalltag zu unpraktisch und viel zu offiziell. So tauschte Gustav Stresemann den Cut, wenn er die Reichskanzlei betrat, gegen eine dem Gehrock sehr ähnliche Jacke aus. Diese war von mittlerer Länge und gerade noch mit den eleganten gestreiften Hosen des Cut-Anzuges zu kombinieren und gleichzeitig immer noch gemütlich und schlicht genug, um auf der Straße und in der Kanzlei getragen zu werden. Stresemann sparte so das Aus- und Anziehen eines kompletten Anzuges mit Hose und Weste. So blieb dem Außemminister der Weimarer Republik mehr Zeit zum Regieren und nebenbei schuf er einen neuen eleganten Anzug für den Tag.

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