Brautkleid-Formen & Schnitte

Es gibt 9 Formen bzw. Silhouetten in der Brautmode, wobei eine klare Trennung oft recht schwierig ist, da z.B. ein Tea-Length-Brautkleid meist in einer A-Linie fällt, zugleich aber einen kurzen Schnitt hat. So oder so – wir haben hier für Euch alle Merkmale erklärt, so dass Ihr alle Kleiderlinien grundsätzlich voneinander unterscheiden könnt.

Brautkleid-Formen & Schnitte

Foto: Barcelona Bridal Week

A-Linie

Das A-Linien Kleid (engl. auch Princess) ist gekennzeichnet durch ein figurbetontes, eng anliegendes Oberteil und einen ausgestellten Rock. Die senkrechten Nähte des Kleides sind durchgehend und in der Regel von keiner Taillennaht unterbrochen, daher ähnelt der Schnitt des Kleides einem großen A, woher der Name auch kommt. Wegen der klassischen und einfachen Form ist das A-Linien Kleid, sowohl für die traditionelle Kirchenzeremonie, als auch für die standesamtliche Trauung geeignet.

Der Schnitt des Kleides mit seinen vertikalen Linien schmeichelt fast jeder Figur, da diese jeden Körper einen Tick größer und schlanker wirken lassen. Der ausgestellte Rock hingegen setzt die richtigen Akzente an Becken und Po. Das A-Linien-Kleid gibt es mit den unterschiedlichsten Korsagen und Röcken, sowie verschiedensten Materialien, Stoffen und Verzierungen – daher ist diese Schnittlinie so vielseitig.

Duchesse

Das Duchesse-Kleid (engl. Ball Gown) ist für die Braut geeignet, die eine Märchenhochzeit im klassischen Sinne plant! Einfach erklärt, es ist das typische Sissi-Ballkleid mit eng anliegendem Oberteil (meist eine Corsage) und einen weiten glockenförmigen Rock und passt dementsprechend zu großen und traditionellen Hochzeiten.

Das Kleid gibt es in verschiedenen Variationen, schlicht oder reich mit Perlen, Stickereien und kleinen Applikationen verziert und dazu gegebenenfalls eine Schleppe. Aufsehenerregend wirkt dieses Kleid, wenn Ihr die trägerlose Variante wählt und diese mit Opern-Handschuhen kombiniert. Aufwendige Perlenstickereien am Mieder, in Kombination mit einem einfachen Satinrock lenken die Aufmerksamkeit auf den Oberkörper. Der glockenförmige Rock setzt in Taillenhöhe und bekommt sein Volumen durch ein darunter getragenen Reifrock. Dieselbe Wirkung kann aber auch durch überlagerndes Organza, Taft oder Tüll hervorgerufen werden, was Ihr in unserer Brautkleider-Galerie unter Duchesse an vielen Beispielen sehen könnt.

Auch wenn diese Linie mit fast jeder Figur zu tragen ist, ist das Duchesse-Kleid insbesondere für Bräute ideal, die einen schlanken Oberkörper haben. Der volle Rock hilft, die Taille zu betonen und eventuell vorhandene Problemzönchen perfekt zu verbergen.

Empire

Das Empire-Kleid definiert sich durch seine hohe Taillennaht direkt unter der Brust. Der Rest des Kleides fällt schmal geschnitten in Falten nach unten. Die Ärmel können von unterschiedlicher Länge sein. So sehen bei einer Hochzeit im Winter z.B. Glockenärmel besonders schön aus. Bei einer Sommerhochzeit hingegen wirkt ein ärmelloses Kleid sehr Vintage-like. Leichtere Stoffe eignen sich besonders für die Empire-Linie, weil diese den Fluss von der Taille abwärts am besten betonen. Eine besonders romantische Wirkung hingegen schafft Seidenchiffon.

Das Empire-Kleid kann mit jeder Figur getragen werden. Es ist hervorragend geeignet für Bräute mit einer etwas kleineren Brust, da die Aufmerksamkeit durch die Träger in V-Form auf die Schulterlinie gelenkt wird. Zusätzliche Akzente, wie Stoffverzierungen, Stickereien und feine Perlenarbeiten, in Kombination mit figurbetonten Schnitt helfen weiter die Aufmerksamkeit auf Hüften und Dekolleté zu lenken, wodurch die Brust voller wirkt. Andererseits kann ein quadratischer Dekolleté-Schnitt helfen, eine große Brust zu kaschieren.

Der Schnitt des Empire-Kleides ist auch für schwangere Bräute ideal, da die fließende Linie des Kleides einen wachsenden Babybauch nahezu verschwinden lässt. Außerdem wird eine etwas gedrungenere Figur optisch gestreckt.

Schmal

Der Schnitt (im Engl. Column oder auch Sheath genannt) ist vom Oberteil bis zum Rock gerade und wie der Name verrät schmal. Das Kleid liegt daher eng an und betont die Figur. Kleider dieser Linie haben in der Regel einen dezenten Stil und werden mit oder ohne Schleppe getragen. Die Schleppe bildet hierbei einen Kontrast zum schmalen Kleid. Die schmale Linie neigt dazu, den Körper einzurahmen und zeigt daher oftmals jede Kurve. Durch den einfachen Schnitt ist dieses Kleid z.B. für Strand- und Sommerhochzeiten besonders geeignet.

Ein trägerloses Kleid wirkt erotisch und elegant, wohingegen ein Kleid mit einem fließendem Hals, kombiniert mit langen Glockenärmeln eher romantisch wirkt. Wenn Ihr eine fließende Optik bevorzugt, solltet Ihr einen Stoff wählen, der leicht über die Konturen Eures Körpers fließt, wie z.b. Seide oder Satin.

Schmale Brautkleider sind für kleine Bräute bestens geeignet, da diese durch die schmale Linienführung größer wirken. Allerdings haben eventuell vorhandene Problemzönchen nicht viel Spielraum. Zudem können schmale Kleider die Bewegungsfreiheit beim Tanzen oder Sitzen erheblich einengen.

Etui

Die Etui-Linie (engl. Fit-N-Flare) findet sich erst seit einigen Jahren in der Brautmode und wird immer beliebter, so dass mittlerweile kein Designer mehr auf diese Silhouette in seiner Kollektion verzichtet. Etui-Kleider in der Brautmode sind angelehnt an die kurzen Etuikleider der 60er Jahre, jedoch enden sie in der Brautmode nicht als kurzes Kleid in Höhe der Oberschenkel. Vielmehr wird knapp unter der Hüfte oder etwas tiefer der Rock ausgestellt, wobei dies in fallender Form à la A-Linie und Empire oder in der Glockenform eines Duchesse-Kleides sein kann.

Die Etui-Linie wirkt sehr feminin, da bis zum Hintern jede Kurve gezeigt und vom eng anliegendem Stoff in Szene gesetzt wird. Ihr solltet Euch also recht wohl in Eurer Haut fühlen, wenn Ihr diese Linie tragen möchtet.

Meerjungfrau

Die Meerjungfrau-Linie (engl. Mermaid) wirkt sehr erotisch, da diese die Kurven der Braut besonders hervorhebt. Deshalb solltet Ihr schon recht selbstbewusst auf Euren Körper blicken und eine schlanke Figur haben, wenn Ihr diese Linie tragen möchtet. Weich fallende Stoffe, wie Seide oder Satin rahmen den Oberkörper, die Taille, Hüfte und Oberschenkel an jeder Kurve, bevor sie an den Knien oder sogar noch tiefer zum typischen “Fischtail” ausgestellt werden.

Wenn Ihr etwas mehr Haut zeigen möchtet, wählt die trägerlose Variante oder ein V-Ausschnitt, womit Ihr Eure verführerische Seite betonet. Dieses Kleid ist nicht für jede Braut geeignet, da es den Körper besonders umschmeichelt und wie erwähnt wirklich jede Kurve zeigt. Wenn Ihr jedoch Eure Figur und Eure sinnliche Seite betonen möchtet, ist ein Meerjungfrau-Kleid genau das richtige Kleid für Euch!

Godet

Ein Godet-Kleid (im Engl. Trumpet genannt) ist dem Meerjungfrau-Stil sehr ähnlich und wird auch oft irrtümlich als Meerjungfrau bezeichnet. Tatsächlich rahmt ein Godet-Brautkleid den Oberkörper, die Taille, Hüfte und Oberschenkel genauso figurbetont wie die Meerjungfrau-Linie, jedoch ist der Rock schon oberhalb der Knie, meist mittig der Oberschenkel ausgestellt. Oftmals ähnelt die Godet-Silhouette der Form einer Trompete (daher der Name im Engl.), was durch den tief ausgestellten Rock hervorgerufen wird, der wenn er etwas weiter ausgestellt ist, immer eine Quernaht hat.

Im gewissen Sinne schlägt das Godet-Kleid eine Brücke zwischen Etui und Meerjungfrau, daher gilt für diese Linie das Gleiche wie für das Etui- und vor allem das Meerjungfrau-Kleid. Es ist sinnlich und elegant zugleich und ist nicht für jede Figur geeignet, da es wie eine zweite Haut jede Kurve bis zu den Hüften nachzeichnet. Wer eine schlanke Figur hat, dem sei diese Linie, gerade mit nur leicht ausgestellten Rock aber wärmstens ans Herz gelegt.

Zweiteiler

In diese Kategorie gehören alle Kleider, die aus mehr als einen Stück bestehen. Meistens sind das vor allem Corsagenkleider, bei denen die Corsage und Rock “eigenständige” Kleidungsstücke sind. Zweiteilige Brautkleider gab es von Saison zu Saison immer weniger auf dem Markt, jedoch sind sie noch lange nicht tot gesagt, da sie gerade von Bräuten, die zwei Farben miteinander kombinieren wollen, immer gern gewählt werden. Und seit die Designer die zauberhafte Kombination von Peplum und Rock entdeckt haben, erfährt das zweiteilige Brautkleid sogar eine regelrechte Renaissance.

Kurz

Hier fallen alle Brautkleider rein, die wie der Name schon sagt, kurz geschnitten sind. Das kann beim klassichen Minikleid, elegantem Stiftkleid oder Baby-Doll im kurzen Empire-Style sehr kurz sein, oder wie bei den voll im Trend liegen Tea-Length- oder Petticoat-Brautkleidern im Stil der 50er in Kniehöhe, oder wie bei kurzen Brautkleidern mit langer Schleppe vorne kurz und hinten lang (Vokuhila).

Kurze Brautkleider werden gern als “Zweitkleid” für das Standesamt oder die ausgelassene Feier zu später Stunde getragen, auch sind sie für Hochzeiten an exotischen Orten eine beliebte Wahl. Im Bezug auf die Rocklänge solltet Ihr wie bei einem kurzen Abendkleid bedenken, wie viel Bein Ihr zeigen wollt und ganz wichtig, welche Schuhe Ihr zu dem Kleid tragen wollt. Besonders beliebt bei kurzen Brautkleidern sind Peeptoes in der Farbe des Kleides oder in konträrer Farbe, z.B. Eurer Hochzeitsfarbe.

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