Hochzeitsknigge

Unser Knigge räumt auf mit Althergebrachten und nennt Euch die kleinen und großen Fettnäpfchen, die Ihr wirklich kennen solltet.

Hochzeitsknigge

Der Antrag

Traditionell macht der Mann der Dame seines Herzens einen Heiratsantrag, wobei heutzutage auch viele Frauen die wichtige Frage stellen. Es ist auf jeden Fall nicht verkehrt, wenn die Frau den Partner sanft daraufhin weist, dass es langsam an der Zeit wäre zu fragen. Wie auch immer – eines ist unausweichlich – es muss gefragt werden. Ideen für einen schönen Heiratsantrag findet Ihr hier im Ratgeber unter Verlobung.

Die Verlobung

Eine Verlobung ist das gemeinsame Versprechen einander zu heiraten. Es ist eine verbindliche Übereinkunft zwischen zwei Personen, dass sie heiraten wollen. Traditionell wird dann innerhalb eines Jahres von dem Traualtar geschritten. Heute wird dies jedoch eher lockerer gesehen. Das heißt viele Paare heiraten auch schon einen Tag nach dem Heiratsantrag oder lassen im anderen Extrem auch schon mal fünf Jahre verstreichen. Um die Verlobung mit der Familie, Freunden und Bekannten zu feiern, geben viele künftige Brautpaare eine Verlobungsfeier. Mehr zum Thema findet Ihr in unserer Ratgeber-Rubrik Verlobung.

Der Verlobungsring

Der Verlobungsring ist der sichtbare Ausdruck, dass zwei sich liebende Menschen in Zukunft heiraten werden. Die meisten Verlobungsringe sind aus Silber, Weißgold oder Platin. Vor dem Kauf sollte sich der Bräutigam nach dem Geschmack seiner zukünftigen Braut erkundigen. Falls Ihr jedoch vorhabt ein Familienerbstück als Verlobungsring zu wählen, könnt Ihr diesen beim Juwelier umarbeiten lassen. Der Stil des Verlobungsringes sollte jedoch mit den späteren Eheringen harmonieren. Traditionell kauft der Mann der Frau den Verlobungsring und reicht diesen seiner Angebeteten, währenddessen er die Frage der Fragen stellt. Vor der Hochzeit wird der Verlobungsring am linken Ringfinger, nach der Hochzeit am rechten Ringfinger getragen. Tolle Bilder von Verlobungsringen zum Ausdrucken und um diese anschließend “zufällig” auf seinem Schreibtisch zu deponieren findet Ihr in unserer großen Bildergalerie.

Die Einladungen

Der Versand der Einladungskarten sollte ca. vier bis drei Monate, spätestens jedoch sechs Wochen vor der Hochzeit erfolgen. Textet die Einladung in einem natürlichen, individuellen und fröhlichen Stil und schreibt immer per Hand den Namen des Gastes. Folgende Punkte sollte die Einladung enthalten:

  • Den Anlass (Einladung zur Trauung)
  • Den Namen der Brautleute (Braut links und Bräutigam rechts)
  • Den Tag und die Uhrzeit der Trauung
  • Den Ort der Trauung und der Feier
  • u.A.w.g. – Termin für die Rückantwort der Gäste
  • Hinweis zu Eurem Geschenkwunsch

Eventuelle Besonderheiten wie beispielsweise Ortsbeschreibung und Lageplan, Hotels der Region, gebuchte Hotelkontingente oder gewünschten Dresscode sollten ebenfalls vermerkt sein! Falls Euch die Worte fehlen, klickt doch einfach in unsere vorgefertigten Einladungspassagen in der Ratgeber-Rubrik Hochzeitspapeterie.

Die Aussteuer

Die Aussteuer ist ein alter Brauch und heute nicht mehr üblich. Damals, bis Anfang des 20. Jahrhunderts brachte die Braut alle Gegenstände für den Haushalt mit in die Ehe ein. Diese bekam sie zur Hochzeit und während ihres jüngferlichen Daseins zu Geburtstagen und zu Weihnachten, als Gaben für die spätere Heirat von ihrer Familie geschenkt. Heute gibt es diesen Brauch faktisch nicht mehr, da beide Partner meistens schon einige Zeit in wilder Ehe zusammen gewohnt haben und bereits einen eigenen Hausstand besitzen. Sollte dieser nicht gerade üppig sein, gibt es die Möglichkeit des Hochzeitstisches. Für welchen man sich die fehlenden tausend Dinge für den Haushalt zur Hochzeit wünschen kann.

Hochzeit-KniggeDas Brautkleid kaufen

Die Braut darf heute am Hochzeitstag tragen, was sie will. Traditionellerweise ist das meistens immer noch ein weißes oder ein cremefarbenes Brautkleid. Die meisten Brautkleider lassen sich in 9 Linien bzw. Schnitte unterteilen. Die Brautkleider der bekanntesten Hersteller findet Ihr in unserer Brautkleider-Galerie. Übrigens wird das Brautkleid von den meisten Bräuten auch im Internetzeitalter immer noch beim Brautausstatter gekauft. Natürlich ist das ein besonderes Erlebnis, vor allen wenn die besten Freundinnen und die Brautmutter mit dabei sind. Nur eine Person darf unter keinen Umständen mit von der Partie sein – der Bräutigam. Keine Ausnahme und keine Ausrede, ob Aberglaube oder nicht, der Bräutigam darf das Brautkleid erst am Hochzeitstag sehen. Jedoch könnt Ihr ihm ruhig sagen, welche Farbe es haben wird, damit er die Wahl seines Anzuges und seine Accessoires daran ausrichten kann.

Der Anzug des Bräutigam

Die Tageszeit und der Rahmen der Hochzeit bestimmten die Auswahl des Anzuges! Für die Trauung am Morgen darf laut Etikette der Cut oder der Stresemann getragen werden, am späten Nachmittag dann der Smoking oder der Frack. Für den ganzen Tag gibt es den Hochzeitsanzug. Heutzutage wird der Cut und der Stresemann jedoch seltener ausgewählt und dafür eher der Hochzeitsanzug am Tage und als Abendgarderobe der Smoking oder Frack getragen. Der Cut und der festlichste aller Herrenanzüge, der Frack, werden nur bei großen und sehr aufwendigen Hochzeiten getragen. Der Anzug des Bräutigam sollte unbedingt auf Stil und Farbe des Brautkleides abgestimmt sein. Das Brautpaar sollte eine farblich harmonische Einheit bilden. Wenn die Braut zum Beispiel ein eher schlichtes Brautkleid trägt, sollte der Bräutigam also nicht im Frack erscheinen. Hochzeitsanzüge der bekanntesten Hersteller findet Ihr in unserer großen Bildergalerie!

Der Reversschmuck des Bräutigams

Der Reversschmuck des Bräutigam ist ein kleines Blütengesteck, indem sich zumindest eine Blüte des Brautstraußes wieder finden muss, welches am Revers des Jacketts befestigt wird. Die männlichen Trauzeugen, Blumenkinder und Brautführer können ebenfalls einen Reversschmuck tragen. Dieser sollte jedoch kleiner und unauffälliger als das Gesteck des Bräutigams sein.

Der Polterabend

Zum Polterabend wird traditionell nicht eingeladen, es wird lediglich der Termin und Ort bekannt geben. Es gibt keine Kleiderordnung, denn ein Polterabend ist ein zwangloser und lockerer Anlass, um das Brautpaar leger zu feiern. Traditionell findet der Polterabend am Freitagabend vor der Hochzeit statt, in manchen Gegenden auch am Samstagabend. Zum Polterabend bringen die Gäste altes Geschirr und Porzellan mit, welches am Ort der Feierlichkeit zerdeppert wird. Glas darf wie allseits bekannt, auf gar keinen Fall dabei sein, denn das würde dem Brautpaar Unglück bringen. Braut und Bräutigam müssen alle Scherben ohne Hilfe zusammenkehren. Das soll Glück bringen und den Zusammenhalt des Brautpaares für kommende schwere Zeiten bestärken. Für die Verköstigung und die Getränke sorgt übrigens generell das Brautpaar! Mehr zum Thema findet Ihr unter Polterabend in unserer Ratgeber-Rubrik Hochzeitsbräuche.

Hochzeit-KniggeDie Eheringe

Traditionell werden in Deutschland die Eheringe, auch Trauringe genannt, am Ringfinger der rechten Hand getragen. Allerdings sieht man heute auch viele Paare, die den Ehering an der linken Hand tragen. Das liegt meistens daran, dass beide oder ein Partner ihre Wurzeln außerhalb Deutschlands haben. In den meisten Ländern der Welt, wie u.a. in den U.S.A. wird der Ehering nämlich links getragen. Die Trauringe werden im Standesamt nach dem Ja-Wort angesteckt. Bei der kirchlichen Trauung passiert das nach der Segnung. Mehr Infos zu den Eheringen findet Ihr in unserer Ratgeber-Rubrik Ringe.

Die Trauzeugen

Für die standesamtliche Trauung werden keine Trauzeugen mehr benötigt. Es ist aber nach wie vor weit verbreitet, sich das Ja-Wort vor Zeugen zu geben. Für die kirchliche, insbesondere die katholische Trauung, sind die Zeugen immer noch Pflicht.

Trauzeuge zu sein, ist eine große Ehre und auch große Verantwortung. Es ist üblich zwei nahestehende getrenntgeschlechtliche Personen, als Trauzeugen zu erwählen. So ist es üblich, dass den Job des Trauzeugen, der beste Freund des Bräutigams und den Job der Trauzeugin, die beste Freundin der Braut erhält. Die Trauzeugen sollen nicht nur den Moment des Ja-Sagens bezeugen. Sie sollen auch in schwierigeren Zeiten der Ehe Ratgeber und Zuhörer sein. Außerdem sollte der Erhalt Eurer Ehe den Trauzeugen immer sehr am Herzen liegen. Wenn Eure beste Freundin also Euren Verlobten noch nie so richtig leiden konnte, sollte sie nicht die erste Wahl sein!

Trauzeugen helfen je nach Organisationsaufwand bei den Hochzeitsvorbereitungen mit. Insbesondere am Hochzeitstag übernehmen sie hier und da die Kleinigkeiten, zum Beispiel die Einweisung der Blumenkinder oder Toilette mit der Braut, mit denen sich das Brautpaar am Hochzeitstag eigentlich nicht beschäftigen soll. Durch Hollywood-Filme populär geworden, ist es eigentlich seit einem Jahrzehnt auch bei uns üblich, dass der Trauzeuge die Ringe mit zur Trauung bringt und im richtigen Moment dem Bräutigam übergibt.

Die Kosten der Hochzeit

Früher haben traditionell die Brauteltern die komplette Ausrichtung der Hochzeit übernommen. Heute ist das definitiv nicht mehr der Fall. Es ist üblich geworden, dass die Eltern des Brautpaares einen Teil der Hochzeitskosten, abhängig vom eigenen finanziellen Wohlstand mitfinanzieren. Steht das Brautpaar finanziell auf eigenen Beinen, ist es heute vollkommen normal, dass sie die komplette Finanzierung der Hochzeit selbst tragen. Mehr zum Thema Kosten & Budget erfahrt Ihr in unserem Ratgeber-Artikel: Budgetplanung.

Die Sitzordnung in der Kirche

Die Sitzordnung in der Kirche richtet sich in erster Linie nach der Größe der Verwandtschaft aus. Das heißt diese sollte zuerst Platz nehmen, damit sich Freunde und Bekannte daran ausrichten können. Von vorn nach hinten gilt folgende “Rangordnung”: Trauzeugen und Brautjungfern (stehen eigentlich), Eltern, Blumenkinder (die Eltern der Blumenkinder sollten in der Nähe ihrer Kinder sitzen), Geschwister, Großeltern, Paten, weitere Verwandtschaft, dann die Freunde. Bekannte nehmen hinten Platz. Denkt daran Plätze für die zwei “Türöffner und Türschließer” zu reservieren, denn Eure Blumenkinder werden beim Auszug aus der Kirche am schweren Portal kläglich scheitern.

Hochzeit-KniggeDer Einzug in die Kirche

Es gibt die verschiedensten Varianten und Möglichkeiten – vom Einzug mit Blumenkindern und Brautjungfern – über den Einzug mit dem Brautvater – bis zum Einzug mit der gesamten Hochzeitsgesellschaft – es ist schon alles da gewesen und nichts ist wirklich falsch. Wir nennen Euch hier die drei üblichsten Varianten.

Variante 1: Die Hochzeitsgesellschaft hat bereits in der Kirche Platz genommen und der Bräutigam wartet vor dem Altar. Nachdem die Musik erklungen ist, betreten als erstes die Brautjungfern und Brautführer, gefolgt von den Blumenkindern (ohne Streuen) die Kirche. Danach folgen die Trauzeugen und dann kommt der große Auftritt der Braut, geführt vom Brautvater, der sie am Altar dem Bräutigam übergibt.

Variante 2: Im Prinzip wie Variante 1, nur das alle Beteiligten (Blumenkinder, Trauzeugen, etc.) bereits Platz genommen haben und nur die Braut mit dem Brautvater mit musikalischer Untermalung den Gang zum Altar entlang schreitet.

Variante 3: Im Prinzip wie Variante 1, nur das das Brautpaar gemeinsam in die Kirche einzieht, also der Bräutigam nicht am Altar wartet.

Der Auszug aus der Kirche

Es gibt die unterschiedlichen Varianten für den Auszug aus der Kirche. Am üblichsten ist es so: Das frisch vermählte Paar verlässt als erstes die Kirche. Vor ihnen laufen die Blumenkinder und streuen den Gang. Hinter dem Brautpaar geht mit etwas Abstand der Pfarrer, gefolgt von den Brautjungfern und Trauzeugen. Danach kommen die Eltern des Brautpaares, dann die Großeltern und Geschwister, gefolgt von der weiteren Verwandtschaft und den Freunden und Bekannten. Wenn Ihr von dieser Variante abweichen wollt, ist das auf keinen Fall falsch oder verkehrt. Es gibt keine vorgeschriebene Variante. Wichtig ist nur, dass das Brautpaar die Nummer Eins ist und dann eine Hierarchie folgt, die den Gästen (vor allen auf den Schlüsselpositionen) bekannt sein sollte, damit hinter dem Brautpaar nicht das wilde Schubsen beginnt.

Die Trauung

Die standesamtliche und kirchliche Trauung können an einem Tag stattfinden, müssen es aber nicht. Meistens finden die beiden Trauungszeremonien aus organisatorischen Gründen an verschiedenen Tagen statt. Es kann sogar ein größerer Zeitraum zwischen beiden Terminen liegen.

Blumen streuen

Blumen werden nach der kirchlichen Trauung und mittlerweile auch, wenn nicht kirchlich geheiratet wird, nach der standesamtlichen Trauung von den Blumenkindern gestreut. Alles was es hierzu zu wissen gibt, findet Ihr unter Blumenkinder in unserer Ratgeber-Rubrik Hochzeitsbräuche.

Hochzeit-KniggeDer Brautstrauß

Traditionell sucht der Bräutigam den Brautstrauß aus und übergibt ihn seiner Braut am Hochzeitstag vor der Kirche oder vor dem Standesamt oder auch vor dem Elternhaus beziehungsweise der gemeinsamen Wohnung beim Abholen.

Heute ist es eher so, das Braut und Bräutigam gemeinsam beim Floristen den Brautstrauß aussuchen oder dass die Braut dies alleine tut. Denn Hand aufs Herz, welcher Mann weiß denn wirklich, welche Brautstrauß-Form zu Euch und Eurem Kleid passt, ob Eure Lieblingsblumen darin vorkommen sollten oder nicht und ob die Farben zur Dekoration und Eurem Style passen. Also lieber kein Risiko und die meisten Herren werden nicht wirklich traurig sein, wenn sie nicht zum Floristen müssen.

Wenn Ihr Euren Brautstrauß werfen wollt, ihn aber auch gleichzeitig als Andenken behalten wollen, lasst Euch am besten noch einen “Wurfstrauß” fertigen. Dieser ist eine Kopie des richtigen Brautstraußes, nur etwas kleiner, nicht ganz so aufwendig gesteckt und vor allem um einiges billiger. So einen Miniatur-Brautstrauß erhalten auch die Trauzeugin und die Brautjungfern. Mehr zur Thematik Brautstrauß findet Ihr in unserer Ratgeber-Rubrik Hochzeitsblumen.

Die Danksagung

Nach den Flitterwochen bedankt sich das Brautpaar bei seinen Gästen, auch bei denen, die aufgrund einer Verhinderung nur Glückwünsche zur Hochzeit geschickt haben. Hierzu ist es üblich Danksagungskarten, persönlich geschrieben oder auch vorgedruckt an die Gäste zu verschicken. Wer auf einen guten Stil wert legt, wählt ein Kartendesign im Stil der Einladungskarten. In der Danksagung solltet Ihr auf jeden Fall das Geschenk des Gastes explizit erwähnen. Falls Euch die Worte fehlen, klickt Euch doch einfach in unsere vorgefertigten Danksagungspassagen in unserer Ratgeber-Rubrik Hochzeitspapeterie.

Die Hochzeitsgeschenke

Die Hochzeitsgeschenke werden dem Brautpaar meistens beim Empfang zur Hochzeitsfeier persönlich übergeben. Daher hält sich das Brautpaar beim Empfang in der Nähe des Geschenketisches, der natürlich bereitstehen muss, auf. Die Geschenke können zu späterer Stunde während der Feierlichkeiten geöffnet werden oder auch erst am nächsten Tag. Wenn Ihr die Geschenke am nächsten Tag öffnet, hat das den Vorteil, dass Ihr mehr Ruhe beim Auspacken habt.

Übrigens, Aberglaube hin oder her – Hochzeitsgeschenke verschenkt man nicht weiter, denn das bringt Unglück!

Geldgeschenke

Geldgeschenke zur Hochzeit sind jetzt schon seit vielen Jahren das Hochzeitsgeschenk Nr. 1 in Deutschland. Meistens gibt es bereits einen eigenen Hausstand und was soll dann daran verkehrt sein, um Geldgeschenke zur Hochzeit zu bitten. Allerdings sollte den Schenkenden im Vorfeld mitgeteilt werden, wofür das Geld verwendet wird, beispielsweise zur Finanzierung der Flitterwochen oder einer größeren Anschaffung. Am besten vermerkt Ihr bereits auf der Einladungskarte, dass Ihr Euch Geld zur Hochzeit wünscht und wofür Ihr es verwenden möchtet. Sprüche und Reime für Geldgeschenke zur Hochzeit findet Ihr in unserer Ratgeber-Rubrik Hochzeitspapeterie.

Hochzeit-KniggeDas Hochzeitsauto

Das Hochzeitsauto, in dem das frischgetraute Paar sitzt, führt den Autokonvoi vom Ort der Trauung Standesamt/Kirche zum Ort des Hochzeitsempfangs an. Die Fahrgeschwindigkeit für diesen Hochzeitskonvoi liegt nicht über 50 km/h, damit alle Passanten auch ja die Möglichkeit haben, einen Blick auf das glückliche Paar zu werfen, und damit das Blumengesteck trotz guter Befestigung nicht von der Motorhaube geweht wird. So ist es auch üblich, das sich das Hochzeitsauto unter Hupen den Weg durch die Stadt bannt. Einen gesetzlichen “Freifahrtsschein” gibt es dafür zwar nicht, aber die Polizei wird an diesem großen Tag bestimmt ein Auge zu drücken. Das Hochzeitsauto wird übrigens auch Brautauto genannt, weil damit die Braut am Ort der Trauung vorgefahren wird. Egal ob Ihr eine Luxuskarosse, eine Stretch-Limo, einen Oldtimer oder das eigene Auto als Hochzeitsfahrzeug wählt – es muss auf jeden Fall mit Blumen geschmückt sein. Alle anderen zum Konvoi gehörenden Fahrzeuge können an der Autoantenne noch mit einem weißen Bändchen versehen werden.

Die Bewirtung

Für die Bewirtung der Hochzeitsgesellschaft kommt das Brautpaar auf. Dass die Gäste Speis und Trank bezahlen, wäre nicht nur unüblich, sondern sogar sehr unhöflich. Allerdings bestimmt das Brautpaar, was auf den Tisch kommt. Beim Essen ist das ein Hochzeitsmenü oder ein Buffett. Die Getränke können in der Auswahl limitiert werden. Das ist vor allem für hochprozentige Alkoholika und exotische Kaffeemischungen durchaus üblich. Den Umfang der Bewirtung bestimmt der Zeitpunkt der Trauung. Ist die Trauung am Vormittag sind Sektempfang, Mittagessen oder Snacks, Kaffee/Kuchen und das Hochzeitsdinner einzuplanen. Ist die Trauung am Nachmittag entfallen Mittagessen und Kaffee/Kuchen.

Die Hochzeitstorte

Eine traditionelle Hochzeitstorte muss Marzipan enthalten, denn Mandeln, aus denen das Marzipan hergestellt wird, sollen für Glück und Kindersegen sorgen. Angeschnitten wird die Torte von Braut und Bräutigam zusammen. Dabei gilt allgemein: Wer die Oberhand am Tortenmesser hat, wird in der künftigen Ehe den Ton angeben. Für den Anschneidezeitpunkt gibt es keine vorgegebene Zeit. Das Anschneiden und Essen der Torte wird je nach geplanten Ablauf beim Empfang, als wichtiges Highlight in die Hochzeitsfeierlichkeiten mit eingebaut. So ist es zumeist üblich, die Hochzeitstorte entweder zum Kaffeetrinken am Nachmittag, zur Eröffnung des Desserts am Abend oder auch traditionell um Mitternacht anzuschneiden. Mehr Informationen zum Thema findet Ihr in unserer Ratgeber-Rubrik Hochzeitstorte.

Die Kleiderordnung

Grundsätzlich sollte die Kleidung dem Anlass entsprechend gewählt sein und jeder Gast sollte sich in seiner Kleidung wohl fühlen. Anhand der Einladungskarte ist meist zuerkennen, ob legere, elegante oder sehr festliche Kleidung erwünscht ist. Generell gilt: Weiß und schwarz sind auf einer Hochzeit nicht passend! Weiße Kleidung auch Creme und Elfenbein sind ausschließlich der Braut vorbehalten. Es ist der schönste Tag der Braut und da sollte kein Gast auffälliger erscheinen als die Braut! Wichtig ist, dass die Braut an ihrem Hochzeitstag eindeutig erkennbar ist und kein Zweifel daran besteht, wer an diesem Tag im Mittelpunkt steht. Die Farbe Schwarz ist in unserem Kulturkreis die Farbe der Trauer und somit bei einer Hochzeit nicht angemessen. Wenn jedoch ein Gast auf schwarz nicht verzichten will, sollte er seine Kleidung mit farbigen Akzenten auffrischen. Mehr zur Thematik Kleiderordnung erfahren Hochzeitsgäste in unserer Ratgeber-Rubrik Für Hochzeitsgäste.

Hochzeit-KniggeDas Buffet

Das Hochzeitsbuffet wird immer beliebter und verdrängt das klassische Hochzeitsmenü immer mehr. Der Grund dürfte vor allem in der gebotenen Speisenvielfalt für die Gäste liegen, da durch diese für jeden Gast etwas dabei ist und lange Gesichter, zum Beispiel bei Vegetariern ausbleiben. Das Hochzeitsbuffet wird durch das Brautpaar eröffnet. Vorher darf nicht zugegriffen werden, ohne Ausnahme und wenn der Magen noch so knurrt. Es es ist ein absolutes No Go sich am Buffet zu bedienen, bevor dieses vom Brautpaar eröffnet wurde.

Die Sitzordnung bei der Hochzeitsfeier

Es muss wohl nicht weiter betont werden, dass Braut und Bräutigam die Stars des Abends sind. Daher sitzt das frisch vermählte Brautpaar natürlich genau in der Mitte des ganzen Geschehens, wobei die Braut rechts neben dem Bräutigam sitzt. Die Brautmutter sitzt links neben dem Bräutigam, der Vater des Bräutigams rechts neben der Braut. Wenn eine lange Tafel vorhanden ist, sitzen die Brautleute immer längsseits und nie am Kopfende der Tafel. Beide sollten von allen Gästen von vorn gesehen werden können und gleichzeitig den Eingang im Blick haben, um neue Gäste sofort begrüßen zu können. Je näher der Sitzplatz eines Gastes beim Brautpaar liegt, desto größer ist die Wertschätzung für die jeweilige Person. Die Sitzordnung für die Gäste ist immer ein großes und wichtiges Thema während der Hochzeitsvorbereitungen. Mehr Informationen zum Thema findet Ihr unter Sitzordnung in unserer Ratgeber-Rubrik Hochzeitslocation.

Die Hochzeitsrede

Eine Hochzeitsrede wird erst gehalten, wenn alle Gäste anwesend sind und bereits sitzen. Der beste Zeitpunkt für eine Rede ist nach dem Hauptgang bei einem Hochzeitsmenü oder vor der Buffeteröffnung bei einem Hochzeitsbuffet. Die Rede sollte nicht zu lang oder zu kurz sein – am besten liegt Ihr zwischen zwei und vier Minuten. Traditionell hält das Brautpaar die erste Rede des Abends. Hierbei wird den Gästen unter anderen für Erscheinen und Geschenke gedankt. Die nächste Rede halten dann der Brautvater und anschließend der Vater des Bräutigams. Danach kann jeder Gast das Wort erheben. Tipps zur Etikette, Gestaltung, Vorbereitung und Ablauf einer Rede findet Ihr in unserer Ratgeber-Rubrik Für Hochzeitsgäste unter Hochzeitsrede.

Der Eröffnungstanz

Der Eröffnungstanz einer Hochzeit ist traditionell der Wiener Walzer oder der Langsame Walzer. Prinzipiell kann sich aber das Brautpaar auch für irgendeinen anderen Tanz entscheiden. Denn es gibt keine feste Regel, dass nun unbedingt ein Hochzeitswalzer der erste Tanz des Abends sein muss. Ob Hochzeitswalzer oder Tango – am Tanz führt kein Weg vorbei, denn nach wie vor ist der Eröffnungstanz ein festes Ritual auf jeder Hochzeitsfeier. Die Tanzetikette für den Eröffnungstanz verhält sich dabei wie folgt:

1. Das Brautpaar beginnt allein zu tanzen.
2. Nach circa zwei Minuten fordert die Braut ihren Vater und der Bräutigam seine Mutter zum Tanz auf.
3. Nach einer weiteren Minute tanzt dann die Braut mit ihrem Schwiegervater und der Bräutigam mit seiner Schwiegermutter.
4. Zur selben Zeit tanzen der Brautvater und die Mutter des Bräutigams miteinander
5. Anschließend wird der Tanz für alle freigegeben.

Musik die zum Walzer-Tanzschritt passt, findet Ihr in unserer Ratgeber-Rubrik: Hochzeitsmusik.

Der Abschied des Brautpaares

Ein heimlicher Abgang des Brautpaares von den Feierlichkeiten ist nicht nur erlaubt, er hat sogar lange Tradition. Die Hochzeitsgäste feiern aber trotzdem weiter. Eine andere Variante des Abschiedes ist eine “offizielle” Verabschiedung des Brautpaares. Hierzu richtet das glückliche Paar noch einige Worte an die Hochzeitsgesellschaft, bevor es in die Flitterwochen aufbricht, bzw. sich in die Hochzeitsnacht verabschiedet. Dabei ist es üblich, dass alle Gäste das Brautpaar zum Auto begleiten und dieses lautstark verabschieden. Unhöflich den Hochzeitsgästen gegenüber wäre es, zum Zeitpunkt X das Licht anzuknipsen und der Gesellschaft zu erklären, dass jetzt “Feierabend” ist.

Fotos: Kristin Thurm

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