Hochzeitstorten-Traditionen
aus aller Welt

Hochzeitstraditionen sind natürlich in jedem Land und vor allem auf jeden Kontinent unterschiedlich. Die Hochzeitstorte bildet hierbei keine Ausnahme, wie dieses kleine Potpourri zeigt …

Brautpaaren aus dem deutschsprachigem Raum symbolisiert die Hochzeitstorte ein glückliches Schicksal, Ehrlichkeit und eine süßes liebevolles Miteinander in Zukunft. Weiße aufsteigende Stufen, kunstvoll verziert mit Blumen, Früchten oder phantasievollen Gebilden sind hierzulande allgemein bekannt und stehen für die typische Hochzeitstorte. Brautpaare aus den anderen Ecken unserer Welt, ja schon unsere europäischen Nachbarn haben jedoch ganz andere Vorstellungen und Traditionen im Bezug auf die Hochzeitstorte.

Deutschland
Das deutsche Konditoreihandwerk wahrt immer noch seine eigenen alten Traditionen. Populär sind hierzulande Sahne- oder Buttercremetorten, mit vielen Nüssen oder Früchten, gefüllt zum Teil mit Marmelade, Nougat oder anderen süßen Köstlichkeiten. Standard ist fast immer ein Marzipanüberzug, da durch diesen die Torte die nötige Steife erhält und nicht wie ein Wackelpudding zerfließt. Einige Konditoreien verwenden im Sommer gern eine spezielle Yoghurtmischung, da diese in den warmen Monaten einfach besser mundet. Angerichtet werden die Torten entweder in der klassischen Stufenform (runde Pyramide) oder auf einer Etagere mit drei oder mehreren Etagen oder auch als großen Flächentorte mit abgebildetem Motiv.

Frankreich
Die Hochzeitstorte in Frankreich wird „Croquembouche“ genannt und besteht aus gefüllten Windbeuteln, welche zu einer großen Pyramide aufgetürmt werden, wie auf dem Bild zu sehen. Das delikate Kunstwerk wird von Karamell oder Zuckerguss zusammengehalten.

Dänemark
Die Dänen füllen ihre Hochzeitstorten mit leckeren Früchten, Süßigkeiten, Mandeln oder sogar mit leckerem Fruchteis. Umgeben ist das ganze mit Marzipan oder einen Mandelteig, der liebevoll dekoriert wird. Ganz oben befindet sich meist das Abbild des Brautpaares als Figur oder kunstvoll gezeichnet.

Italien
Zu einer perfekten italienischen Hochzeit gehört die „Zuppa inglese“, was eher eine Art Dessert à la Tiramisu als eine Hochzeitstorte ist. Die Basis des Biskuits besteht aus einer fabelhaften Mischung aus Vanille- und Schokoladensoße, unter welche Alkermes oder Sambuca, aber auch ein Wein, wie der Marsala gemischt werden kann. Gefüllt wird die Zuppa dann mit leckeren Früchten, wie Aprikosen, Quitten oder Melonen und zerstoßenen Kuchen. Von außen wird das Biskuit mit einer Zuckerglasur umrahmt, damit dieses die Form behält. Zur Dekoration werden meist schöne Blumenblüten genutzt.

Island
Die traditionelle Hochzeitstorte heißt „Kransakaka“ und ist der Dänischen sehr ähnlich. Feinste Schokolade oder auch andere Süßigkeiten sind von einer runden Pyramide umgeben. Die einzelnen, nach oben immer kleiner werdenden Ringe der Pyramide sind aus feinem Mandelgebäck.

Irland
In Irland sind Torten mit Früchten traditionell und auch heute noch populär. Der Guss ist wie bei uns unterschiedlich. Marzipan, Buttercreme oder ein Mandelcremeüberzug finden ihre Verwendung. Wo der Unterschied zu Deutschland ist? Er liegt in der Verwendung bzw. Integration von Irish Whisky, der dezent unter die Früchte gemengt oder fein auf den Tortenüberzug gestrichen wird.

UK
Im Vereinigen Königreich Großbritannien gibt es natürlich die unterschiedlichsten lokalen Bräuche. In England ist ein großer luftig feuchter Kuchen, welcher mit Kognak getränkten Früchten, wie Datteln, Pflaumen und Rosinen gefüllt wird, die Hochzeitstorte. Meist werden auch noch feine Orangenschalenstreifen hinzugefügt. Das Ganze wird dann umhüllt von Marzipan oder Buttercreme und in entsprechender Form, genau wie bei uns angerichtet. Im schottischen Norden wird mehr Alkohol verwendet, soll heißen dass die unterschiedlichen Tortenebenen noch mit gutem Scotch Whisky oder einem guten Weinbrand bestrichen werden. Die Kombination mit dem Zucker- oder Marzipanguss setzt dann die Akzente, welcher der traditionellen schottischen Hochzeitstorte ihren Geschmack verschaffen.

Ukraine
In der Ukraine ist es keine Torte oder Kuchen, sondern ein Hochzeitsbrot namens „Korovai“. Der gemeinsame Verzehr des hübsch gestalteten Brotes ist ein wichtiger Bestandteil des Hochzeitsfestes. Es steht für die Ewigkeit und den Zusammenschluss der beiden Familien.

Norwegen
Ebenfalls keine Torte oder Kuchen gibt es in Norwegen. „Brudlaupskling“ heißt hier das traditionelle Hochzeitsbrot und hat seinen Ursprung in der Mehlknappheit alter Tage. Damals waren Weizenprodukte durch Fehlernten und schlechte Witterungsbedingungen so teuer geworden, dass ein großes Hochzeitsbrot letztendlich ein ganz besonderes Geschenk war. Angerichtet wurde die ganze Geschichte, indem das Brot mit Käse belegt und mit Sirup bestrichen, zusammengefaltet und in kleine Stücke geschnitten wurde.

Litauen
In Litauen ist die traditionelle Hochzeitstorte ganz was anderes. Der Kuchenteig wird zu einem Tannenbaum geformt. Nachdem er dann gebacken wurde und eine sonnengelbe Farbe angenommen hat, wird dieser mit Kräutern und frischen Blumen geschmückt. Am Ende sieht die Torte dann wie ein kleiner Weihnachtsbaum aus.

Griechenland
In einer traditionellen griechischen Hochzeitstorte dürfen Honig, Sesamsamen und Quitte nicht fehlen. Die drei traditionellen Beigaben sollen die ewige Verbundenheit des Brautpaares symbolisieren. Aus einer anderen griechischen Ecke kommt der Brauch des griechischen Hochzeitsbrotes, welches ein riesiges Sauteiggebäck, geschmückt mit Blumenblüten ist.

Japan
In Japan ist die traditionelle Hochzeitstorte eine Attrappe, welche aufwendig mit künstlichen „Zutaten“ gespickt wird. Meist wird Sie aus gummiähnlichen Stoffen, mit Styropor und Wachs geformt. So sind natürlich den Gestaltungsmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt und die Torten oft riesig. In jüngster Zeit werden oft noch special effects hinzugefügt, wie kleine Böller, oder Dampf, der aus der Torte aufsteigt. Im oberen Teil der Torte wird meist angefrorener Wachskunststoff verwendet, damit das Brautpaar die „Hochzeitstorte“ auch anschneiden kann. Nach dem ganzen Theater wird dann die echte unspektakuläre Torte heimlich in der Küche angeschnitten und anschließend den Gästen serviert. Die Zutaten ähneln sehr den deutschen oder amerikanischen Versionen.

Korea
Die Koreaner mögen es im Vergleich zu uns nicht ganz so süß. So wird als Boden gekochter Reis verwendet, welcher angepresst und mit verschiedenen regionalen Gewürzen bestreut wird. Bedeckt wird die ganze Sache dann mit einer zu Schaum geschlagenen Creme. Bescheidene Deko-Elemente, wie Blüten oder Streusel finden nur regional ihre Verwendung.

U.S.A.
In den Vereinigten Staaten kommen natürlich die Traditionen der verschiedenen Einwanderergruppen zum tragen. Prinzipiell hat sich aber die mehrstufige runde Pyramide, die auch bei uns immer beliebter wird (nicht zuletzt wegen unzähliger Hollywood-Romanzen) durchgesetzt. Die Zutaten sind Früchte, Nüsse oder Kakao, welche in Butter- oder Sahnecremetorten verarbeitet werden und viel süßer sind als bei uns. Gelegentlich finden auch Eisspezialitäten ihre Verwendung. Die unterschiedlich großen Torten werden auf Etageren angerichtet und mit Stehfüssen, der Größe nach übereinander gesteckt. Anschließend wird die Torte mit einem Überzug aus Marzipan oder Zucker (heutzutage auch Zuckerersatz) versehen und liebevoll dekoriert. Der Dekoration sind keine Grenzen gesetzt. Meist werden Blütennachbildungen aus Marzipan oder Zuckerguss, geschnittene Früchte, goldene Ringe oder auch kleine Hufeisen verwendet. Oftmals driftet der Konditor auch in vollkommenen Kitsch ab.

Eines haben jedoch alle amerikanischen Hochzeitstorten fast immer, einen Tortenaufsatz. Dieser stellt meist ein Miniaturbrautpaar oder zwei kleine Tauben dar. Diese sollen das gemeinsame Glück für das Brautpaar symbolisieren. Nach der Tradition schneiden Braut und Bräutigam die Torte mit einem speziellen Messer gemeinsam an und füttern sich gegenseitig mit dem ersten Bissen. Dies symbolisiert die neu entstandene Familie, die neue Abhängigkeit voneinander und die Unabhängigkeit von den Eltern.

Eine andere alte Tradition ist, dass die Braut, der Familie des Bräutigams die Tortenstücke serviert. Dies soll die Unabhängigkeit vom Brauthaushalt und neue Hingabe zum Familienhaushalt des Bräutigams symbolisieren. Eine weitere Tradition ist es, ein größeres Stück von der Hochzeitstorte einzufrieren und dieses am ersten Hochzeitstag zu verzehren. Auch ist es eine schöne Tradition Hochzeitsgästen, die unpässlich aus Krankheitsgründen waren, ein Stück Hochzeitstorte zuzusenden. Eine ganz alter Brauch ist, dass sich die Brautjungfern ein Stück Torte unters Kissen in der Nacht packen, um dann von ihrem zukünftigen Bräutigam zu träumen.
 

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