Ehevertrag, ja oder nein?

Wir sagen Euch, wann ein Ehevertrag sinnvoll ist und was Ihr im Falle eines Falles beachten solltet.

Ehevertrag, ja oder nein?

Einen Ehevertrag vor der Hochzeit zu schließen gilt ja immer als ziemlich unromantisch. Schließlich wird aus Liebe und Vertrauen geheiratet und wer will da schon an die Scheidung denken. Die Realität zeigt jedoch, dass in vielen Fällen eine Ehe mit Ehevertrag sinnvoll ist, denn schließlich wird durch die Eheschließung auch eine Rechtsbeziehung begründet. Die rechtlichen Konsequenzen sind oft weitreichender als manche vielleicht im ersten Augenblick denken. Sie ergeben sich aus dem dem BGB (Bürgerlichen Gesetzbuch), welches für jede geschlossene Ehe (wenn nicht anderes vereinbart) gilt. Die Regelungen des BGB führen jedoch nicht immer zu einer ausgewogenen, fairen und individuellen Lösung im Falle einer Trennung. In Einzelfällen kann es gar zu ungerecht empfundenen Rechtsbeschlüssen führen. Das BGB kann logischerweise nicht das gesamte Farbspektrum unserer Gesellschaft individuell regeln.

Mit einem “unromantischen” Ehevertrag kann die Gesetzeslage jedoch an die eigene Individualität angepasst werden. Die Eheleute geben sich einen bestimmten Rahmen für die Ehe, vor allem aber für den Fall einer Scheidung vor. Nach der gesetzlichen Definition kann man mit einem Ehevertrag die „güterrechtlichen Verhältnisse“ regeln (§ 1408 BGB). Gemeint sind damit die Vermögensverhältnisse. Geregelt werden unter anderem Unterhaltszahlungen im Scheidungsfall, der Güterstand, sowie der Versorgungsausgleich. Es können aber auch weiterführende Regelungen bezüglich Möbel und Kunstgegenstände oder z.B. zur Nutzung der gemeinsamen Wohnung nach einer Trennung getroffen werden. Sinnvoll ist ein Ehevertrag auch wenn z.B. ein mögliches künftiges Erbe oder ein Unternehmen vom Zugewinn ausgeschlossen werden soll.

Der Ehevertrag kann vor oder während der Ehe geschlossen werden, er ist jedoch nur wirksam, wenn er notariell beurkundet wird. Der Gesetzgeber hält die Beratung durch einen Notar als unparteiischen Berater für unverzichtbar, da ein Ehevertrag weitreichende persönliche und wirtschaftliche Folgen haben kann. Der Notar ist verpflichtet, jede von den Ehepartnern gewünschte Vereinbarung, auf ihre Vor- und Nachteile zu prüfen.
 
Für diese Ehe-Konstellationen ist ein Ehevertrag sinnvoll:

  • In einer Doppelverdiener-Ehe
  • Für vermögende Eheleute
  • Für Unternehmer und Freiberufler
  • Bei höheren Schulden eines Ehepartners
  • Für wiederverheiratete ältere Eheleute
  • Für Ehepartner mit großem Alterssunterschied
  • Für Ehepartner mit großem Vermögensunterschied
  • Bei einer Ehe mit Ausländern

 

Ähnliche Themen:

Die Gütertrennung

Die Gütertrennung

Gütertrennung bedeutet, dass die Vermögen beider Partner in der Ehe vollkommen getrennt voneinander bleiben. Damit haben beide ihr eigenes Vermögen und können dieses… Mehr »

 
Die Namensführung in der Ehe

Die Namensführung in der Ehe

Eure Wahl des Nachnamens, egal ob es ein neuer wird oder der alte bleibt, teilt Ihr dem Standesbeamten bei der Anmeldung zur Eheschließung mit. Für die Wahl des Namens habt Ihr folgende Möglichkeiten… Mehr »

 
Hochzeit-Budgetplanung

Hochzeit-Budgetplanung

Keine Hochzeitsplanung ohne Budgetplanung! Damit es Euch nicht am ersten Tag Eure Ehe den Boden unter den Füßen wegzieht, geben wir hier einige wertvolle Tipps zur Budgeterstellung und… Mehr »