Die Namensführung in der Ehe

Die Namensführung nach deutschen Recht kurz und knapp auf den Punkt gebracht!

Namensführung in der Ehe

Eure Wahl des Nachnamens, egal ob es ein neuer wird oder der alte bleibt, teilt Ihr dem Standesbeamten bei der Anmeldung zur Eheschließung mit. Habt Ihr Euch bis zur Eheschließung auf keinen gemeinsamen Familiennamen geeinigt, könnt Ihr dies innerhalb von fünf Jahren nach Eheschließung durch eine öffentlich beglaubigte Erklärung nachholen.
 

Ihr habt folgende Möglichkeiten:

1. Ihr nehmt bei der Eheschließung den Geburtsnamen Eures Partners (oder er Euren) an.

  • Vorher: “Frau Schmidt & Herr Müller
  • Nachher: “Frau Müller & Herr Müller

 
2. Ihr dürft jedoch keine Namensdoppelung bestimmen.

  • Vorher: “Frau Müller & Herr Müller
  • Nachher (und nicht zulässig): “Frau Müller-Müller & Herr Müller-Müller

 
3. Ihr dürft auch keinen Doppelnamen im Sinne einer Kombination beider Geburtsnamen nehmen.

  • Vorher: “Frau Schulz & Herr Meier
  • Nachher (und nicht zulässig): “Frau Schulz-Meier & Herr Schulz-Meier

 
4. Hat ein Ehegatte einen Geburtsdoppelnamen, z.B. “Frau Schulz-Niederwehr” oder einen mehrgliedrigen Geburtsnamen, z.B. “van de Mol”, so darf dieser zum gemeinsamen Familiennamen bestimmt werden.

  • Vorher: “Frau Schulz-Niederwehr & Herr Müller
  • Nachher: “Frau Schulz-Niederwehr & Herr Schulz-Niederwehr

 
Begleitnamen

5. Wenn der Geburtsname einer der Eheleute nicht gemeinsamer Familienname geworden ist, kann dieser zusätzlich erklären, dass er dem Familiennamen einen so genannten Begleitnamen hinzufügen möchte.

Besteht der gewählte Familienname aber bereits aus einem Doppelnamen, ist das Hinzufügen eines Begleitnamens unzulässig. Hat der entsprechende Ehegatte vor der Ehe einen Doppelnamen getragen, so kann nur einer dieser Namen dem jetzigen Familiennamen hinzugefügt werden.

Der Begleitname ist dem gemeinsam gewählten Familiennamen entweder voran- oder nachzustellen.

  • Vorher: “Frau Schulz & Herr Schmidt
  • Nachher: “Frau Schulz-Schmidt & Herr Schmidt

oder

  • Vorher: “Frau Schulz-Niederwehr & Herr Schmidt
  • Nachher: “Frau Schulz-Schmidt & Herr Schmidt

Für das Hinzufügen des Begleitnamens besteht keine gesetzliche Frist. Deshalb kann dieser auch nach vollzogener Eheschließung durch entsprechende Erklärung hinzugefügt werden.

Genauso kann der Begleitname durch späteren Widerruf auch wieder aufgegeben werden. Jedoch wird eine nachträgliche Korrektur der Wahl des Familiennamens von der Rechtsprechung abgelehnt.
 
6. Möglich ist auch, dass Ihr bei der Eheschließung keinen gemeinsamen Familiennamen bestimmt. In diesem Fall würde jeder Partner, den zur Zeit der Eheschließung geführten Namen weitertragen. Das Anfügen eines Begleitnamens ist hierbei nicht zulässig.
 
Wenn Kinder ins Spiel kommen

Führt Ihr keinen gemeinsamen Ehenamen, müsst Ihr Euch im Falle der Geburt eines gemeinsamen Kindes entscheiden, welchen derzeit von den Eltern geführten Namen, der Geburtsname des Kindes werden soll. Nicht zulässig ist die Bestimmung eines Doppelnamens.

Trefft diese Entscheidung mit Weitblick, denn eine einmal getroffene Bestimmung des Namens gilt zugleich für alle weiteren Kinder. Ein nachträglicher Widerruf ist unzulässig.

Tragt Ihr zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes einen gemeinsamen Familiennamen, erhält Euer gemeinsames Kind diesen ebenfalls als Familiennamen.

Wenn Ihr zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes keinen gemeinsamen Familiennamen tragt und Euch die elterliche Sorge gemeinsam zusteht, müsst Ihr Euch gemeinsam entscheiden, ob das Kind den Familiennamen der Mutter oder den des Vaters erhalten soll. Im Falle von Uneinigkeit überträgt das Familiengericht die Entscheidung einem der beiden Elternteile (meist der Mutter).
 

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